© TalentKolleg Ruhr der Westfälischen Hochschule

Ich heiße Merve Dag und bin 19 Jahre alt. Ich wohne noch zu Hause mit meinen Eltern und meinem älteren Bruder, da ich, nachdem ich mein Abitur mit der Note 1,3 am Leibniz-Gymnasium abgeschlossen habe, angefangen habe Medizin an der Universität Duisburg-Essen am Universitätsklinikum zu studieren. Ich befinde mich momentan im 3. Fachsemester der Vorklinik und werde voraussichtlich im Sommer mein Physikum machen. Ich bin Stipendiatin der Hans-Böckler-Stiftung und auch ehrenamtlich aktiv im MMB an dem Universitätsklinikum und arbeite mit weiteren Medizinstudenten an verschiedenen sozialen Projekten.

Die Talentförderung hat mich in jeglicher Hinsichten unterstützt und gestärkt. Ich bin dadurch noch selbstbewusster geworden und kann mich jederzeit bei Problemen an das TalentKolleg wenden. Ich weiß, dass ich auf meinem manchmal nicht ganz geraden Weg nicht alleine bin und weiß auch, dass ich durch dieses Angebot noch viele Jahre profitieren werde. Die Zeit nach dem Abitur war sehr schwierig, da ich nicht genau wusste, wie ich mich bewerben sollte oder dass es überhaupt möglich war, ein Stipendium zu bekommen. Bei jedem meiner Schritte, sei es beim Bewerbungsschreiben, Ausfüllen von Formularen oder Gesprächssimulationen, die Talentförderung war immer an meiner Seite. Ich bin durch das Stipendium finanziell unabhängig geworden und muss weder arbeiten noch überlegen, ob ich teure Bücher kaufen kann. Sonst habe ich im Studium viele neue Menschen kennengelernt, mit denen ich mich in Bezug auf die Studienplanung austausche und durch die ich in dem Unistress trotzdem noch sozial bleiben kann.

Auch jetzt bin ich noch in der Talentförderung aktiv eingebunden. Erst kürzlich war ich am TalentKolleg und habe meine Erfahrungen an interessierte Schüler weitergegeben.

Ich versuche Talente mit zum Universitätsklinikum mitzunehmen und ihnen ein Einblick in das Medizinstudium zu verschaffen. Ich bin der Meinung, dass jeder etwas erreichen kann, wenn er es von sich selbst aus will und motiviert wird – und das unabhängig von dem Status der Eltern oder des Einkommens. Ich hoffe, dass andere, wenn sie hören, dass ich auch aus einer normalen Arbeiterfamilie komme, motiviert werden. Ich bin noch am Anfang meiner Ziele, aber vielleicht werden einige durch meine Erfahrungen motiviert und wagen sich Dinge, die ich ohne die Talentförderung auch nicht gegangen wäre.

Ich würde anderen Erstsemster-Studierenden raten immer in Kontakt mit Mitstudenten zu sein, weil man viel mehr voneinander lernt als alleine. Die soziale Verbindung erleichtert die Adaptationsphase. Es ist immer gut, wenn man einige im höheren Semester kennt, denn die können einem auch sehr viel weiterhelfen. Ich hatte selbst auch Schwierigkeiten mich einzuleben. Es kam mir alles unmöglich vor, war manchmal sogar verzweifelt. Wichtig ist, dass man sich klar macht, dass das nur eine Phase ist, denn aller Anfang ist schwer! Mann muss nur am Ball bleiben und sich nicht entmutigen lassen.

Stand: 10/2016